Der Messias

Die Bewegung der BRD-Patrioten ist keine einheitliche Bewegung. Grob gesagt lässt sie sich in drei Gruppen unterteilen.

Gemein ist dieser Bewegung, dass alles irgendwie besser werden muss. Alles soll so werden, wie es vor dem Herbst 2015 war. Die gute alte BRD wollen sie wiederhaben. Sie sehen nicht den Geburtsfehler dieses Konstrukts der Besatzer und somit die Krankheit dieses Systems. Die BRD aus dem Sommer 2015 erscheint ihnen als ein Hort der Glückseligkeit und Ort des Friedens – ein Garten Eden. Erinnerungen verklären oft den Blick für die Realität.

Das war es aber auch schon mit der Gemeinsamkeit, denn über den Weg, um ihr „Ziel“ zu erreichen, ist man sich nicht ganz so einig. Die eine Gruppe ist sich bewusst, dass dies nur aus eigener Kraft gelingen kann und muss, auch wenn das Ziel das falsche ist. So sind sie zumindest einigermaßen realistisch. „Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott!“

Die anderen beiden Gruppen hoffen auf fremde Hilfe.

Die Einen setzen ihre ganze Hoffnung in den Kreml-Herrscher Wladimir Putin. Übrigens ein ehemaliger KGB-Agent, dessen Einsatzort die sowjetische Besatzungszone gewesen ist. Somit war er ebenso ein Teil der Unterdrückung in Mitteldeutschland. Das klingt verrückt?  Ja, ist es auch!

Die Anderen orientieren sich BRD-mäßig gen Westen. Ihr Blick geht über den großen Teich zum noch größeren „Großen Bruder“ nach Washington D.C. Dort sitzt ihr Messias. Der Retter der armen und entrechteten US-amerikanischen Mittelschicht. Donald J. Trump, DJT oder einfach „The real Donald“. Der mächtigste, beste, schönste Präsident, den die USA jemals hatten.

Diese Menschen, nennen wir sie Trumpisten, glauben also, dass ein Multi-Milliardär, dessen einzige Ziele es sind, mediale Aufmerksamkeit zu bekommen und sein Bankkonto zu füllen, an ihrem Wohlergehen interessiert ist.

Welch ein Irrglaube!

Trump interessiert sich nur für Trump. Vielleicht noch für seine Familie. Da besonders für seine Tochter Ivana. Allerdings nicht so wie ein Vater sich für seine eigene Tochter interessieren sollte.

Dieser Mann, der mehr als einmal bankrott gegangen ist und dabei unzählige kleine und mittlere Handwerksbetriebe in den Ruin trieb, soll jetzt der große Retter des kleinen Mannes sein? Wohl kaum!

Trump, der den korrupten Sumpf Washington D. C.’s trockenlegen wollte, indem er Spitzenmanager der US-amerikanischen Ölwirtschaft und Investment-Banker zu Ministern machte?

Trump, der sich selbst als den größten Immobilien-Tycoon der USA – wenn nicht der Welt – bezeichnet, aber gleichzeitig keine Geschäfte in Russland der Nach-Sowjet-Ära gemacht haben will? Und dies, obwohl Moskau zu dieser Zeit für den Immobiliensektor mehr als lukrativ war?

Nun, gibt es diesbezüglich zwei Möglichkeiten: Entweder er ist nicht der große Geschäftsmann, als den er sich ausgibt oder er lügt. Persönlich tendiere ich zu Letzterem.

Wer also glaubt, dass ein ausgesprochener Egomane etwas für seine eigenen Landsleute tun würde, der irrt gewaltig. Wer darüber hinaus meint, er würde sogar etwas für ein fremdes Volk – wie z. B. das Deutsche – tun, an dessen Geisteszustand ist zu zweifeln.

Darum kann die Devise nur lauten: „Deutschland, wach auf! Deutschland, steh auf!“!